Zur Freundschaft an der Haardt
Zur Freundschaft an der Haardt

Entstehung der Bruderschaft der Freimaurer in Deutschland

Um die Geschichte der deutschen Freimaurerei zu verstehen, muss mit der Entstehung der "modernen" Freimaurerei in England begonnen werden:

 

Am 24. Juni des Jahres 1717 schlossen sich vier alte Freimaurerlogen zu der "Ersten Großloge von England" zusammen.

 

1717 gilt als das offizielle Gründungsdatum der „modernen“ Freimaurerei.

Die Gründungsmitglieder der englischen Großloge versammelten sich zur Wahl eines Großmeisters (sayer) unter der Leitung des Predigers James Anderson, des Naturforschers John Theophilus Desaguliers und des Altertumsforschers George Payne.

 

Der Prediger James Anderson verfasste mit den Alten Pflichten von 1723 die erste freimaurerische Konstitution. Die Alten Pflichten regeln das Verhältnis der Logenmitglieder untereinander und zu ihrer nicht maurerischen Umgebung, ferner die Verhältnisse zu Religion und Politik.

 

Die Teilnahme weiterer bekannter, angesehender und hochstehender Männer in England an der Freimaurerei ab 1717 verfehlte nicht, die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Maurerbrüderschaft auch in Deutschland. Auch wenn die nach und nach Mode gewordenen großartigen öffentlichen Aufzüge der Spottsucht zur Zielscheibe dienten, so hinderte das nicht im Geringsten die weitere Ausbreitung der Verbindung, die damit auch auf dem Festlande bekannt wurde und zahlreiche Anhänger selbst in den höchsten Kreisen fand.

 

Schon unter dem Großmeister Norfolk 1731 wurde durch eine Deputation englischer Brüder, an deren Spitze Bruder Desaguliers stand, der Herzog Franz von Lothringen, nachheriger Großherzog von Toskana, Gemahl der Kaiserin Maria Theresia und 1745 zum deutschen Kaiser erwählt, in Haag aufgenommen und bei seinem späteren Besuch in England zum Meister gemacht.

 

Am 5. November 1737 wurde durch denselben Bruder sogar der Prinz Friedrich von Wales, Kronprinz von England, aufgenommen und ihm die zweite Auflage des Constitutionsbuchs dedicirt, ein Beweis dafür, wie einflußreich die Verbindung in den wenigen Jahren geworden. Hingegen finden wir nicht, daß sich die Verbindung in der gelehrten Welt anfänglich einer großen Betheiligung zu erfreuen hatte. Nur von wenigen der Männer, welche sich in der Wissenschaft einen europäischen Ruf erworben, glaubte man späterhin annehmen zu dürfen, daß sie derselben angehört hätten, ohne in der Beweisführung besonders glücklich zu sein.

 

Die Berufung des Kurfürsten von Hannover auf den englischen Thron zog
fortwährend eine nicht geringe Zahl Deutscher aus guten Familien nach England,
während auch der rege Handelsverkehr viele intelligente Männer aus dem
Kaufmannsstande dahin führte, von denen nach und nach eine bedeutende Zahl dem Maurerbunde beigetreten sein muß, da wir in vielen Theilen Nord-, West- und
Mitteldeutschlands Mitglieder finden, die nur dort aufgenommen sein konnten.

     Die ersten Provinzial-Großmeister in Deutschland

Die englischen Großmeister waren übrigens mit Ertheilung von Titeln damals äußerst freigebig; so ernannte schon der Großmeister Norfolk 1730 einen Herrn du Thom zum Provinzial-Großmeister des Niedersächsischen Kreises, ohne daß von ihm und seiner Wirksamkeit als Maurer weiter im Geringsten die Rede ist.

 

Auch der von dem Großmeister Darnleh 1737 zum Provinzial-Großmeister des Obersächsischen Kreises ernannte Erbmarschall von Thüringen, Heinrich Wilhelm v. Marschall, scheint für sein neues Amt nicht besonders thätig gewirkt zu haben. Vielmehr war es der 1735 in Warschau aufgenommene Br. Generalleutnant v. Rutowski, welcher 1738 in Dresden die Loge zu den drei weißen Adlern bildete, der schon 1739 eine zweite noch heute blühende „zu den drei goldenen Schwertern" und eine dritte 1741 „zu den drei Schwänen" folgte, letztere beiden vereinigten sich 1741 und Rutowski wurde als Großmeister von Obersachsen erwählt und von der Loge in Leipzig und der Loge in Wittenberg als oberste maurerische Behörde anerkannt. Von Dresden aus wurden, so viel bekannt, die Logen zu Wittenberg, eine solche zu Sachsenfeld und Rossen gestiftet. Da Rutowski früher in französischen Diensten stand und dort Verbindungen unterhielt, auch französische Gesandtschaftsbeamte als Mitglieder beitraten, so ist es kein Wunder, daß französischer Einfluß sich geltend machte. Die schlesischen Kriege, welche viele der Mitglieder dieser Logen von Dresden hinwegzogen, ließen die neue Oberbehörde wohl nicht zu einer vollkommenen Entwickelung kommen, wenigstens ist ihrer als solcher in den bekannt gewordenen Urkunden jener Zeit nicht weiter gedacht.

     Die erste deutsche Loge (Absalom) in Hamburg

Schon vor der Ernennung des Br. Marschall zum Provinzial-Großmeister von Obersachsen hatte nach dem Constitutionsbuch der Großmeister Graf Strathmore 1733 »elf deutschen Herren und guten Brüdern« die Erlaubniß ertheilt, in Hamburg eine Loge zu errichten; Nachrichten von dieser Loge finden sich nicht vor, doch ist anzunehmen, daß die ohne besonderen Logennamen als ,la loge des Franc-Masons á Hambourg" seit 6. Decbr. 1737 in Thätigkeit gewesene Loge ihren Ursprung jenen guten Brüdern verdankt, an deren Spitze der sehr thätige Br. Charles Sarry stand, welcher sich als von der Londoner Großloge bestellter Provinzial-Großmeister von Preußen und Brandenburg in dem ersten Protokoll aufgeführt findet, obschon von einer solchen Ernennung das Constitutionsbuch nichts sagt und dieser Bruder weder jetzt noch bei seiner späteren Affiliation in Berlin selbst von dem ihm übertragenen Amte Erwähnung that. In den Versammlungen wurden Abschnitte aus dem englischen Constitutionsbuche vorgelesen. Die bisher namenlose Loge nahm im Jahr 1741 den von ihr auch heute noch geführten Namen «Absalom» an , als ein wirkliches Provinzial-meisterthum von Niedersachsen errichtet worden war und Br. Lüttmann am 30. Octbr.

 

1740 das Patent als Provinzial- Großmeister erhalten hatte. Die Arbeiten dieser Provinzialloge von Hamburg und Niedersachsen wurden im Jahr 1741 eröffnet und sie ist somit die älteste maurerische Oberbehörde in Deutschland, die indessen für ihre Thätigkeit anfänglich geringen Spielraum fand. Br. Lüttmann vereinigte eine Zeit lang mit seinem Prov.-Großmeisteramt das eines Meisters v. Stuhl der Loge Absalom, legte aber 1742 letzteres Amt nieder und übernahm neben dem ersteren her das Amt eines Vorstehers und Schatzmeisters in der Loge. Der als Prov. – Großmeister von Obersachsen patentierte Br. v. Marsch all hielt es ebenfalls nicht unter seiner Würde, bei seinem Aufenthalt in Hamburg das Amt eines ersten Aufsehers der Loge Absalom zu übernehmen.

     Antritt des Kronprinzen Friedrich von Preußen

Von außerordentlicher Wichtigkeit wurde für die deutsche Freimaurerei der Beitritt des genialen Kronprinzen Friedrich von Preußen, des als König Friedrich der Große unsterblich gewordenen Helden. Wie Preuß erzählt, sprach einmal auf der Reise nach Wesel und von da nach Schloß Loo in Geldern (im Sommer 1738) der königliche Vater in gewohnter Hitze gegen die Freimaurerei, welche der Graf von der Lippe-Bückeburg als Eingeweihter mit so freimüthiger Beredsamkeit verfocht, daß der Kronprinz ihn um die Aufnahme in eine Gesellschaft bat, die so wahrheitsliebende Männer zu Mitgliedern habe. Der Graf verschrieb einige Brüder nach Braunschweig, wo bei der Heimkehr zur Zeit der Messe die Aufnahme ganz im Stillen geschehen sollte. 

 

In der Nacht des 14. August erfolgte die Einweihung in Gegenwart des Grafen von der Lippe, des Barons v. Oberg, Meister v. Stuhl der Hamburger Loge, der Kaufleute Bielefeld und Löwen aus Hamburg, des Grafen v. Kielmannsegge und F. C. v. Albedhll aus Hannover. 

  

     Vereinigte Großlogen von Deutschland

Die Geschichte der Freimaurerei kann mit Fug und Recht als eine Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Die heute etwa 500 deutschen Freimaurerlogen mit ihren 15.300 Mitgliedern arbeiten unter fünf weitgehend selbständigen Großlogen, die sich ihrerseits im Jahre 1958 zu den Vereinigten Großlogen von Deutschland - Bruderschaft der Freimaurer – (VGLvD) zusammengeschlossen haben.

 

Die VGLvD stellen seitdem die alleinige, souveräne Vertretung der Freimaurerei in Deutschland gegenüber den freimaurerischen Organisationen im Ausland und gegenüber der Öffentlichkeit dar und sind Garant für die Anerkennung der deutschen Freimaurerei durch die Weltfreimaurerei. Ihnen obliegt die Förderung der brüderlichen Zusammenarbeit und die freimaurerische Forschung. Ihre Mitgliedslogen sind bezüglich Fragen der inneren Ordnung und der Gestaltung ihrer Rituale autonom.

 

Struktur und Verfassung der VGLvD werden durch einen Vertrag der Mitgliedsgroßlogen geregelt, der sog. MAGNA CHARTA der deutschen Freimaurerei von 1958.

     Die Mitgliedslogen der VGLvD

  • Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland GL AFuAMvD) 
  • Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLL FvD) 
  • Große National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" (GNML 3WK) 
  • American Canadian Grand Lodge A.F. & A.M (ACGL) 
  • Grand Lodge of British Freemasons in Germany (GL BFG) 
  • Weitere drei Logen ("Jacob DeMolay", "Zur weißen Lilie" und die Forschungsloge "Quatuor Coronati" unterstehen den VGLvD direkt.

     zur Gründungsgeschichte der VGLvD

Deutschland bestand im Jahr 1837 aus zahlreichen Einzelstaaten. Demensprechend entwickelte sich die Freimaurerei in jedem dieser Staaten auf unterschiedliche Weise. Es entstanden verschiedene Strömungen und Organisationsformen. So entstand in dem größten deutschen Teilstaat Preußen, drei Großlogen, die später die altpreußischen Großlogen genannt wurden: Die Große National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" (1740 gegr. als erste und heute noch existierende Großloge), die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland (1770 gegr.) und die Große Loge Royal York zur Freundschaft. Nach 1893 gründeten auch andere deutsche Großlogen eigene Logen in Preußen, so etwa die Große Loge von Hamburg. In Sachsen entstand die Große Landesloge von Sachsen. Die bayerische Großloge war die Großloge „Zur Sonne“ in Bayreuth.

 

Es war ein langer Weg, bis sich Logen  in Deutschland auf einen Zusammenschluss einigen konnten. Schon um 1800 trat die Idee eines Zusammenschlusses aller deutschen Großlogen auf. Im Jahre 1877 tauchte der Begriff „Vereinigte Großloge von Deutschland“ auf. Doch alle Einigungsbemühungen des 19. Jahrhunderts scheiterten am traditionellen Partikularismus.

 

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Deutschland wurden die in zehn unabhängigen Großlogen zersplitterte deutsche Freimaurerei 1933 vollständig zerschlagen.

     Freimaurer in Deutschland nach 1945

Nach dem Untergang des Deutschen Reiches im Jahre 1945 konnten zunächst in den Westzonen und in Berlin nur einzelne Logen wiedererstehen. In der sowjetischen Besatzungszone ebenso wie in der späteren DDR war ein Wiederaufleben der Freimaurerei unmöglich.

 

In Westdeutschland wurde aus 174 Logen aller früheren deutschen Großlogen am 19. Juni 1949 die „Vereinigte Großloge der Freimaurer von Deutschland“ gegründet (dies ist die heutige Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland). Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland und die Große National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln", setzten ihre frühere Tradition fort.

 

Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen und mit Hilfe u.a. der Vereinigten Großloge von England gelang schließlich mit Gründung der VGLvD am 27. April 1958 die Bildung einer in der Geschichte der Freimaurerei einzigartigen Konstruktion insofern, als die fünf vertragschließenden Großlogen nur auf zwei ihrer Souveränitätsrechte verzichtet haben, nämlich die Vertretung aller deutschen Freimaurer gegenüber den ausländischen freimaurerischen Organisationen und gegenüber der profanen Welt. Dieser Ordnung traten im Jahre 1970 die Große National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" und die Provinzialgroßlogen der britischen und der amerikanisch-kanadischen Freimaurer als eigene Großlogen bei.

Die neue nationale Ordnung der Freimaurer in Deutschland erhielt bald die Anerkennung der meisten ausländischen Großlogen. Heute steht sie in einem wechselseitigem Anerkennungsverhältnis mit etwa 175 regulären Großlogen in aller Welt.

     Zur weiteren Entwicklung in Osteuropa

Mit dem Fall der Mauer am 9.November 1989 begann die Ausdehnung der Freimaurerei in Osteuropa. Hier konnten insbesondere die Vereinigten Großlogen von Deutschland entscheidende Beiträge zum Aufbau der Freimaurerei leisten.

So konnten im Jahre 1997 die heutige Vereinigte Großloge von Bulgarien (VGLvBG), 2002 die Großloge A.F.u.A.M. von Litauen und 2003 die Großloge von Lettland durch die VGLvD eingesetzt werden. Ebenso gab es - stets unter der Mitwirkung der Mitgliedsgroßlogen - Neugründungen von Logen in Litauen, Serbien (RGLvSRB - vormals GLvYugoslawien), Montenegro (gemeinsam mit der Großloge von Österreich (GLvÖ), dem Großorient von Italien (GOI) und der Großloge von Serbien (RGLvSRB)) sowie in der Slovakei (gemeinsam mit der GLvCR und der GLvÖ) und der regulären nationalen Großloge von Monacco (gemeinsam mit der UGLoE und der GLNF in 2010).

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